Feuerwehr Marktl blickt auf hervorragendes Jahr im aktiven Dienst, für den Verein lief es durchwachsen.

Ein arbeitsintensives Jahr liegt hinter den Aktiven der Feuerwehr Marktl. Das wurde bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Hummel am Bericht von Kommandant Andreas Spermann deutlich: Insgesamt verzeichnete die Wehr 57 Einsätze, welche sich in einen Fehlalarm, sieben Brandeinsätze und 49 technische Hilfeleistungen aufgliedern.

Zu den Brandeinsätzen zählten neben mehreren Auto-Bränden auch der Brand eines Güterzugs im Bahnhofsbereich und drei Gebäudebrände. Bei den technischen Hilfeleistungen fallen mit 22 Unwettereinsätzen und drei Wasserschäden vor allem die Einsätze nach Stürmen ins Gewicht. Außerdem wurden die Floriansjünger zu einer Türöffnung, zu austretenden Gefahrstoffen, einer Tragehilfe und mehreren Verkehrsunfällen gerufen. Hier bleiben vor allem die Einsätze auf der A94 und der B12 in Erinnerung.

An 58 Abenden trafen sich die Aktiven zu Übungen, teilweise wieder unter erschwerten Bedingungen, online oder in Kleingruppen. Zwischenzeitlich waren auch wieder größere Übungen und Landkreis-Lehrgänge möglich. Im Herbst legten einige Mitglieder das Leistungsabzeichen Technische Hilfeleistung ab. Spermann dankte dafür besonders dem Organisator und Ausbilder, seinem Stellvertreter Wolfgang Vilzmann.

Außerdem lobte er Jugendwart Peter Pfaffenhuber, der sich stets um Nachwuchs bemühe. 2021 traten sechs Jugendliche in den aktiven Dienst ein. Bei neun Übungen und drei sonstigen Treffen konnten die sieben männlichen und zwei weiblichen Feuerwehranwärter ihr Fachwissen erweitern.

Ein Berichts-Schwerpunkt war die Ersatzbeschaffung des LF16 aus dem Jahr 1991. Inzwischen sind das Mittlere Löschfahrzeug MLF (Mai 2021) und der Gerätewagen Logistik GW-L2 (Oktober 2021) in Dienst gestellt und haben ihre ersten Einsätze absolviert.

Schriftführerin Andrea Schwaiger skizzierte in ihrem Rückblick, dass 2021 wieder nur wenige Veranstaltungen durchgeführt und besucht werden konnten, jedoch versucht wurde, kleine Feiern im Rahmen der Möglichkeiten auszurichten. So war die erste Veranstaltung im Vereinsjahr ein Treffen am 17. Juli mit dem geplanten Patenverein zum 150-jährigen Gründungsfest, der Feuerwehr Niedergottsau. An einigen gesellschaftlichen Veranstaltungen wie Florianiamt, Volkstrauertrag oder dem Gottesdienst anlässlich von 15 Jahre Papstbesuch nahm die Marktler Wehr teil. Auch ein Vereinsausflug, bei dem die historische, restaurierte Vereinsfahne abgeholt wurde, war im August möglich. Die im Sommer nachgeholte Jahreshauptversammlung fand in Kombination mit anschließendem Kameradschaftsabend statt.

Schwaiger betonte, dass nun schon zum zweiten Mal in Folge ein ereignisarmes Jahr hinter dem Verein liegt. Dies sei besonders schade, da in der Feuerwehr das Vereinsleben für den Zusammenhalt in den häufig schwierigen Situationen von großer Bedeutung ist. Deshalb munterte sie die Kameraden auf, sich nicht unterkriegen zu lassen und positiv in die Zukunft zu blicken.

Im Moment gehören der Wehr 64 Aktive an, davon acht in der Jugendfeuerwehr. Der Verein zählt mit den passiven und fördernden Mitgliedern derzeit 192 Personen.

Finanziell stehe die Feuerwehr auf soliden Beinen, berichtete Kassier Immanuel Eberle. Besonders betonte er die große Spendenbereitschaft der Marktler Bürger sowie verschiedener Gewerbetreibender, die bei der Fahrzeugneubeschaffung geholfen haben. Diese Spenden waren nicht nur der größte Posten bei den Einnahmen, sondern auch die größte Ausgabe. Sie wurden mit einem Eigenanteil der Feuerwehr an die Gemeinde Marktl übergeben. Mit rund 12.300 Euro hat der Verein derzeit ein gutes Polster. Die Kassenprüfer Markus Kilian und Oswald Haubrich bescheinigten dem Kassier eine ordentliche und stimmige Führung der Kasse.

Auch Vorsitzenden Matthias Heuwieser erwähnte die große Spendenbereitschaft. Nachdem das Marktfest als größte Einnahmequelle das zweite Jahr in Folge ausfallen musste, sei die Feuerwehr besonders darauf angewiesen. Er bedankte sich auch bei den Vertretern der Gemeinde für die wieder reibungslose Zusammenarbeit.

2021 sei für die Feuerwehr ein Jahr geworden, das positiv in Erinnerung bleibt, führte er weiter aus. Vor drei Jahren wurde fast zeitgleich begonnen, die Ersatzbeschaffung des LF16 und das 150-jährige Vereinsjubiläum vorzubereiten und zu planen. Während die Ersatzbeschaffung bis auf kleine Verzögerungen reibungslos funktionierte, kam das Gründungsfest coronabedingt nicht zustande. Es wurde geplant bis zum Schluss: Vier Tage sollte in einem Zelt für über 2000 Personen mit bekannten Bands wie Bayern1-Party und „Fäaschtbänkler“ gefeiert werden. Zum Abschluss war ein Jubiläumsfest mit Vereinen aus zwei Ländern und mehreren Landkreisen vorgesehen. „Zustande kam es leider nicht“, bedauerte Heuwieser.

Für den Verein war seinen Worten nach das ganze Jahr durchwachsen, an Beerdigungen konnte oft nur mit einer Fahnenabordnung teilgenommen werden, Geburtstagsgratulationen endeten strikt an der Haustüre. Die restaurierte Vereinsfahne konnte zwar abgeholt, jedoch wie das Fahrzeug noch nicht gesegnet werden. Trotzdem sei er froh, dass alle am Ball geblieben sind und damit Kameradschaft und Zusammenhalt bewiesen haben. Vor allem sei er dankbar für die breite Unterstützung durch seinen Stellvertreter Georg Remmelberger, den ganzen Verwaltungsrat, die Kommandanten und die Aktiven.

Große Freude herrschte über fünf Neuaufnahmen. Während Fabienne Fuhrer und Sebastian Burkard in die Jugendfeuerwehr eintraten, unterstützen nun Quirin Kurzlechner, Lukasz Gapinski und Stefan Forster die Aktiven. Anerkennende Worte gab es auch für Gregori Matthäus, der die letzten Jahre als Gerätewart tätig war und dieses Amt nun abgab.

Kreisbrandrat Franz Haringer, der mit Kreisbrandmeister Thomas Mühlbauer zugegen war, sagte den Marktler Feuerwehrlern ein großes Dankeschön für die Beteiligung an Einsätzen und Übungen. Außerdem gratulierte er den beförderten Mitgliedern und ehrte Christian Weiser für seinen 40-jährigen Dienst in der Feuerwehr.

Bürgermeister Benedikt Dittmann würdigte die stetige Einsatzbereitschaft, die Hilfe am Nächsten und die gute Jugendarbeit sowie den Einsatz bei öffentlichen Veranstaltungen. Hier wies er auf die kommenden Jubiläums-Ereignisse in der Gemeinde hin, bei denen die Feuerwehr wieder für Tätigkeiten wie Straßensperrungen zuständig sein wird. Auch gab er einen Ausblick auf die kommenden Investitionen wie die neuen Funkmeldeempfänger und Sirenen, die zwar kostspielig, jedoch für die reibungslose Arbeit notwendig sind.

Als kleiner Ausblick wurden die Mitglieder auf die Teilnahme an den Veranstaltungen der 600-Jahrfeier des Marktes und auf die Fahrzeugweihe und die Segnung der restaurierten Vereinsfahne am 10. Juni hingewiesen.

 

Beförderungen

Feuerwehrmann: Josef Grabmeier, Jonas Lohr, Philipp Schwaiger, Maximilian Unterhitzenberger, Michael Vilzmann, Fabian Winklharrer

Oberfeuerwehrmann: Jonas Börner, Manuel Flemmig, Benedikt Seeling

Löschmeister: Matthias Heuwieser, Georg Remmelberger

Quelle: ANA

Kategorien: Aktuelles

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